Der Kampf zwischen Kunst und Kommerz
"Braucht Locarno mehr Glamour?" war das Hauptthema des diesjährigen Filmfestivals. Die Fronten sind verhärtet: Die Festivalleitung engagiert sich für einen hohen künstlerischen Anspruch, Filmchef Nicholas Bideau will mehr Publikums-Wirksamkeit.Der Gewinner des diesjährigen Publikumspreises, "Son of Rambow", war wohl der einzige Beitrag, der beides - Erfolg und Anspruch - zu vereinigen vermochte. Bei der Bekanntgabe betonte Festivaldirektor Frédéric Maire, es sei nicht seine Entscheidung gewesen. Er sei indes glücklich über die Wahl, liess er später durch sein Pressebüro mitteilen.
"Son of Rambow" ist nicht nur eine Wohlfühlkomödie, sondern auch eine Satire über die Filmbranche und ein Plädoyer für den Autorenfilm. In Garth Jennings Werk drehen zwei 12-Jährige mit einfachsten Mitteln ein Remake von "Rambo - First Blood". Als ein überheblicher Mitschüler die Dreharbeiten an sich reisst und zum (kleinen) Grossprojekt aufputscht, läuft das Geschehen aus dem Ruder.
Besetzungskrimi steht bevor
Zum Problem der Unvereinbarkeit von künstlerischem Niveau und Publikums-Wirksamkeit hatte es am Dienstag eine Debatte gegeben, an der Festivalpräsident Marco Solari die Klingen kreuzte mit Nicholas Bideau, dem Filmchef des Bundesamtes für Kultur (BAK), der ein Befürworter von Glamour und Publikums-Wirksamkeit ist.
Bideau, der als Nachfolger von Maire gehandelt wird, behauptete, künstlerischer Anspruch und roter Teppich müssten sich nicht ausschliessen: "Es geht darum, Inhalt auf den roten Teppich zu bringen." Solari betonte aber am selben Anlass, ein Direktor, dem es um Glamour gehe, komme ihm nicht ins Haus.
Read More (swissinfo, Photo: keystone)
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