Leidenschaftliches Plädoyer für eine Reform des Islam
In ihrem neuen Buch plädiert die in Bern lebende Politologin und Romanautorin Elham Manea für eine Reform des zum Herrschafts-Instrument erstarrten Islam. Sie schöpft aus ihrer jementisch-ägyptischen Herkunft und Erfahrungen in verschiedenen Welten.
"Ich will nicht mehr schweigen": Der Titel verrät, dass dies ein Bekenntnisbuch ist. Allerdings ist es ein hoch politisches. Die jemenitisch-schweizerische Politologin Elham Manea macht sich stark für einen humanistischen Islam, dessen Ziel das Wohlergehen des Menschen ist. Gemäss dieser Auffassung ist Religion wie ein Samen: "Nachdem man ihn in die Erde gepflanzt hat, sollte man ihn wässern, nähren und sorgsam pflegen, damit er wächst und zu einem blühenden Baum wird", schreibt sie. Nur wenn man den Islam als etwas Organisches betrachte, könne man den Weg für seine Reform ebnen, so die Autorin. Bereits in diesem Bild bricht sie ein Tabu des orthodoxen Islam, der den Koran als Gottes Wort und also als unantastbar versteht, wie "in Stein gemeisselt".
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