Saturday, May 23, 2009

Poetry Slam und Mangas sind auch Literatur

Die Solothurner Literaturtage zeigen auf, dass Literatur heute mehr ist als eine jeweils eigene Welt zwischen zwei Buchdeckeln.
Wenn Kinder Kultur konsumieren, geht es oft direkt zu und sehr ehrlich. So werden sie sofort unruhig, wenn ihnen was nicht passt. Die vortragenden Dichterinnen und Dichter stehen vor der schwierigen Aufgabe, die jungen Zuhörer ruhig zu behalten und doch Emotionen zu wecken. Martin von Aesch versucht es mit einem kabarettreifen Auftritt, indem er in die Rolle der Hauptperson seines Romans schlüpft, in den 11-jährigen Detektiv und Fussballer Kuku. Plastisch führt von Aesch vor, wie Kuku denkt und fühlt. Er packt die Zuhörer mit Action, bezieht sie ein, fragt, schulmeistert – und liest nur knapp drei Minuten vor aus "Einbrecher sind schneller als Fussballer", seinem letzten Werk. Stellt sich die Frage, ob von Aesch seinem Text nicht zutraut, die heutigen jugendlichen Zuhörer zu fesseln?
Ganz anders präsentiert sich Franz Hohler. Der Kabarettist und Schriftsteller verzichtet weitgehend auf Kabarett. Er liest verschiedenste Texte, äusserst kurze aber auch relativ lange.

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