Friday, May 8, 2009

Schweizer Milchmarkt in Turbulenzen

Einst garantierte der Staat einen fixen Milchpreis. Später verhinderten staatlich geregelte Milchkontingente eine Überproduktion. Am 30. April wird die Kontingentierung aufgehoben. Nun droht eine Milchschwemme und ein massiver Druck auf den Preis.

"Während die übrige Wirtschaft ihre neoliberalen Grundsätze über Bord wirft und nach dem rettenden Arm des Staates greift, wird die schweizerische Milchwirtschaft per 1. Mai 2009 in die freie Marktwirtschaft entlassen", klagte kürzlich ein Regionalpräsident der Milchbauern. Der Ruf nach dem Staat ist einfach und er kommt spät. Der Milchmarkt ist ein Dschungel. Liberalisierung, Abbau von Handelshemmnissen, mehr Markt: Das ist das einhellige Credo der Wirtschaft. - In der Landwirtschaft ist alles anders und komplizierter. Seit 2003 ist klar: Die Milchkontingentierung wird am 30. April 2009 aufgehoben. Immer wieder haben die beteiligten Akteure erfolglos versucht, eine Lösung zu finden, um die Milchproduktion dennoch in kontrollierte Bahnen zu lenken, und so den drohenden Preiszerfall zu verhindern. "Bisher sind keine Mehrheiten zustande gekommen. Die Branche konnte sich nicht finden", sagt Thomas Reinhard vom Schweizerischen Milchproduzentenverband im Gespräch mit swissinfo. Nun versuche der Bauernverband, eine Branchenorganisation zu bilden. Dass sich die Milchproduzenten bisher auf kein Modell einigen konnten, hängt mit den regional unterschiedlich gefärbten Interessen, aber auch mit spezifischen Eigenheiten des Milchmarktes zusammen. Den rund 26'000 Milchbauern stehen lediglich vier Industrie-Betriebe gegenüber, die 80% der Milchmenge verarbeiten und damit den Markt auf der Käuferseite dominieren. Read more @ Swissinfo


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