Saturday, December 12, 2009

Keine Sozialhilfe für Burka-Trägerin

Das RAV hat ihr die Unterstützung gestrichen. In Biel bekam sie keine Sozialhilfe. Nun versucht eine Burka-Trägerin ihr Glück in Grenchen. Doch auch hier beisst sie auf Granit.

Grenchen hat seit gestern eine neue Einwohnerin. Eine auffällige. Die Schweizerin mit marokkanischem Vater trägt eine Burka. Das gab schon Probleme beim Anmelden: Die Frau wollte sich auf der Einwohnerkontrolle nicht enthüllen und konnte deshalb nicht identifiziert werden.

Biel verweigerte Sozialhilfe
Gestern zeigte sie dann doch ihr Gesicht und ist jetzt Grenchnerin. Der nächste Konflikt zeichnet sich aber schon ab. Die Frau wird voraussichtlich Sozialhilfe beantragen. Diese wird sie aber nicht bekommen, weil sie nicht vermittelbar ist und sich auch nicht ändern will. Zu diesem Schluss kam übrigens schon die Stadt Biel, das RAV und mindestens eine andere Gemeinde – dort hatte es die Frau vorher versucht. Die Burka-Trägerin sucht offenbar nach einem Wohnort, wo sie Sozialhilfe bekommt.

Mit Männern spricht sie nicht
Bei dieser Frau handelt es sich um einen Extremfall. Sie weigert sich, mit Männern zu sprechen. Biels Sozialdienstleiterin Beatrice Reusser sagt: «Eine Burka ist nicht per se ein Hindernis, Sozialhilfe zu beziehen.» Grenchens Sozialdienstleiter Kurt Boner glaubt hingegen nicht, dass Burka-Trägerinnen überhaupt in die Arbeitswelt integriert werden können. Er geht davon aus, dass eine Frau, die auf das Tragen ihrer Burka besteht, in Grenchen keine Sozialleistungen erhält.

Recht auf Sozialhilfe besteht weiter
Walter Schmid, Präsident der Schweizerischen Konferenz für Sozialhilfe, welche die Richtlinien zur Sozialhilfe-Vergabe ausarbeitet, sagt: «Grundsätzlich darf niemandem in einer Notlage die Sozialhilfe verweigert werden.» Aber Sozialhilfe-Empfängern, die ihren Pflichten nicht nachkommen, können die Leistungen gekürzt werden. Für Grenchen bedeutet dies: Die Frau müsste wie üblich zu einem Arbeitsprogramm aufgeboten werden. Falls sie dies verweigert, kann ihr die Sozialhilfe gekürzt werden.

Die ganze Geschichte am Samstag 13. Dezember exklusiv im BielerTagblatt.

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