So wird das Spam-Jahr 2010
Mehrsprachige Spam-Mails und Angriffe auf Smartphones: Das sind die Folgen, wenn sich die Nigeria-Connection mit der Cyber-Mafia verbrüdert. Tagesanzeiger.ch/Newsnetz nennt die sieben neusten der fiesen Methoden.Weltweit bilden 6,7 Millionen Nutzer aus der ganzen Welt die Spamfighter-Community, die gemeinsam daran arbeitet, neue Spam-Attacken sofort zu melden, sodass sie im Spam-Filter berücksichtigt werden können. Gestützt auf diese Information hat Spamfighter.com eine Trendliste für das kommende Jahr zusammengestellt.
Laut dieser Prognose werden 2010 Anwender unter anderem mit personalisierten Nigeria-Connection-Mails und deutlich mehr mobilen Angriffen aufs Handy konfrontiert werden. Zudem müsse man sich und auf besondere Nutzer-Gruppen abzielende Spam-Attacken einstellen, die aufgrund der niedrigen Empfänger-Anzahl «unter dem Radar fliegen». Das sind die Spam-Trends 2010 im Detail.
1. Die Nigeria Connection lernt dazu
Die gefürchtete Nigeria Connection wird sich laut dem Sicherheitsanbieter mit der Cyber-Mafia verbrüdern und die persönlichen Daten nutzen, die heimlich installierte Malware über die Anwender in Erfahrung gebracht haben. «So können die Scam-Mails der Nigerian Connection deutlich zielgerichteter beim Empfänger ankommen und in der Mail auf persönliche Präferenzen Bezug nehmen», schreibt Spamfighter.
2. Soziale-Netzwerke-Scam
Unter dem Begriff Scam versteht man sämtliche Aktionen, bei denen jemand versucht, Nutzern online Geld aus der Tasche zu ziehen für Leistungen, die nicht im geringsten einen Gegenwert darstellen. Scam-Betreiber werden laut Spamfighter in den kommenden Monaten zunehmend Dienstleistungen der sozialen Netzwerke nutzen, um ihren kriminellen Geschäften nachzugehen. Konkret werde die Verwendung von so genannten URL-Verkürzern und anderen neuen Web-2.0-Techniken zunehmen. Zudem würden neue Dienste wie Google Wave, die derzeit noch im Beta-Status sind, den Scammern eine weitere Angriffsfläche bieten.
3. Attacken unter dem Radar der Öffentlichkeit
Oft können die Medien vor neuen, gross angelegten Spam-Aktionen warnen, weil die entsprechenden Mails millionenfach in den Postfächern aufschlagen. Die Versender der Werbe- und Phishing-Mails reagieren darauf, indem sie immer mehr Kampagnen nur an eine stark begrenzte Empfängergruppe richten. Dabei könne es sich um Gewerbetreibende aus einem bestimmten Fachbereich oder um Nutzer eines einzelnen sozialen Netzwerks handeln.
4. Angriff auf Smartphones
Mobile Geräte wie Netbooks und Smartphones weisen einen deutlich schwächeren Schutz vor schädlicher Software auf als Desktop-Computer. Mit der rasanten Verbreitung des mobilen Internets wird es zwangsläufig zu einem deutlichen Anstieg der mobilen Angriffe kommen, ist das Sicherheitsunternehmen überzeugt.
5. Windows 7 wird gezielt angegriffen
Die Spam-Versender suchen bereits im neuen Betriebssystem Windows 7 nach verwundbaren Stellen. Sie werden die Anwender 2010 ausserdem verstärkt mit Spams zum Thema «Windows 7 Update» oder mit gefälschten Sicherheitswarnungen bedrängen. Auch andere Sicherheitsfirmen sehen darin eine grosse Gefahr.
6. Mehrsprachige Spam-Mails
Spam-Mails erreichen die deutschsprachigen Nutzer meistens in englischer Sprache. Wenn das Mail übersetzt ist, dann so schlecht, dass es fast jedem klar ist, dass es sich dabei nur um ein Betrugsmail handeln kann. Aber auch in diesem Bereich zeigt sich die Cybermafia lernfähig: Laut dem Bericht auf Spamfighter.com vertrauen Betrüger nicht mehr auf automatische Übersetzungsdienste, sondern geben sich deutlich mehr Mühe bei der Lokalisierung. Das sorgt dann auch dafür, dass die Empfänger mehr als einmal hinsehen müssen, um eine Spam- oder Phishing-Mail als solche zu erkennen.
7. Neue Domain-Namen
Spammer suchen Domain-Namen, die sich leicht als eingebettete Links in E-Mails verwenden lassen. Ausserdem verwenden sie anstelle der .com-Absenderadressen inzwischen lieber chinesische .cn-Domänen. (rek)(tagesanzeiger)
Labels: Computers


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